Fachwerkhaus in der Wingst
Eine komplette Neueindeckung für rund 40.000 Euro, Dämmplatten zwischen den Sparren und Stromkabel, die zu nah am Reet lagen. Das ZEITmagazin hat Reinhold Junker 2019 auf diesem Dach besucht.

2019 deckte Reinhold Junker ein Fachwerkhaus in der Wingst komplett neu, einem Dorf auf halbem Weg zwischen Hamburg und Cuxhaven. Das ZEITmagazin begleitete ihn für die Reportage „Dächlein, deck dich“, erschienen in der Ausgabe 2019/44 (ZEITmagazin 2019). Das Haus liegt in einem kleinen Dorf mit einigen historischen Bauernhäusern, die meisten davon ohne Reetdach. Eigene Fotos von dieser Baustelle gibt es im Archiv nicht. Die Fotos zur Reportage stammen von Robin Hinsch und gehören der ZEIT.
Das Haus
Ein eingeschossiges Fachwerkhaus mit Steinfußböden, wie die meisten alten Häuser der Gegend. Die Eigentümer wohnten in Süddeutschland und kamen meist nur am Wochenende. Unter dem alten Reet lag nichts, keine Plane, keine Dämmung. Auf dem Dachboden stand die Heizungsanlage.
Die Arbeiten
Das Dach wurde komplett neu gedeckt, nach dem ZEITmagazin für rund 40.000 Euro, doppelt so viel wie ein Schindeldach. Zwischen den Sparren kamen Dämmplatten. Ein Kollege habe an der Dämmung sparen wollen, sagte Reinhold, obwohl die Heizung auf dem Dachboden im Winter einzufrieren droht. Auf dem Dachboden fand er Stromkabel, die nur wenige Zentimeter vom Reet entfernt verliefen. „Wenn es hier einen Kurzschluss gibt, fängt das Reet an zu brennen“, sagte er und verlegte sie einige Tage später um.
Gearbeitet wurde mit Kniekissen, Nadel, Draht und Klopfbrett. Reinholds Sohn half an diesem Tag aus und warf die Bunde vom Garten aufs Dach. Außerdem beschäftigte Reinhold damals einen syrischen Gehilfen.
Im selben Artikel sagt Reinhold, dass er an den meisten Reetdächern der Gegend etwas auszusetzen habe: Mal reiche das Reet nicht weit genug über den Giebel, mal sei bei der Ausbesserung gepfuscht worden.
Mehr dazu
Was hinter dem Preis steckt und wie er sich einordnen lässt, steht im Beitrag Wingst 2019: Was eine Reetdach-Neueindeckung gekostet hat. Was die Kabel für den Brandschutz bedeuten, erklärt der Beitrag Brandschutz beim Reetdach.