Reinhold Junker Reetdachdeckermeister · Altes Land

Altes Haus in Stade: Ersatz für das Wohnhaus an der Harburger Straße?

Ein leerstehendes Reetdachhaus in Stade, mit Moos, Löchern und eingesunkenen Flächen. Vermutlich ist es das Haus, dessen Ständerwerk von 1634 für den Wiederaufbau an der Harburger Straße eingelagert wurde.

Stade2016/17

Ein abbruchreifes Reetdachhaus in Stade. Nach dem Film der Kulturstiftung vermutlich das Haus mit dem Ständerwerk von 1634; gesichert ist das nicht.
Ein abbruchreifes Reetdachhaus in Stade. Nach dem Film der Kulturstiftung vermutlich das Haus mit dem Ständerwerk von 1634; gesichert ist das nicht.

Film

Neues Leben in alter Scheune (Kurzfassung)

Stader Stiftung für Kultur und Geschichte, 2017 · im Filmarchiv

Diese Fotoserie zeigt ein Haus, das mit Reinhold Junkers Projekt an der Durchfahrtsscheune zusammenhängt, selbst aber kein Auftrag von ihm war. Sehr wahrscheinlich ist es das abbruchreife Haus, das die Stader Stiftung für Kultur und Geschichte als Ersatz für das abgebrannte Wohnhaus an der Harburger Straße 74 gefunden hat. Gesichert ist das nicht.

Was der Film sagt

Weil bei historischen Gebäuden möglichst viel alte Bausubstanz verwendet werden soll, suchten Dieter Kunze und seine Helfer im Landkreis Stade nach einem abbruchreifen Haus, das dem verlorenen Wohnhaus ähnelte. Fündig wurden sie in Stade, nach dem Film am Diesterweg. Eine dendrochronologische Untersuchung ergab für das Ständerwerk das Jahr 1634. Im September 2016 gab es nach dem Film ein letztes Mal Einblick in das lange leerstehende Haus: tragendes Ständerwerk, Fenster mit Rundbögen und einem Anflug von Barock, eine Diele mit Ständerwerk und Deckenbalken aus dem 17. Jahrhundert. Eine Spezialfirma hat die verwendbaren Baumaterialien abgebaut und eingelagert, damit das Haus an der Harburger Straße wieder aufgebaut werden kann (Kulturstiftung Stade 2017).

Was die Fotos zeigen

Ein Reetdachhaus mit großem Tor im Giebel, das Dach mit Moos, Löchern und eingesunkenen Flächen. Innen Feuchteschäden, abblätternder Putz, eine eingebrochene Wand und eine durchgebrochene Decke, nach jahrelangem Leerstand. Vor dem Haus blühen Narzissen.

Der Giebel mit dem großen Tor
Der Giebel mit dem großen Tor.
Moos, Löcher, eingesunkene Flächen
Moos, Löcher, eingesunkene Flächen.
Die durchgebrochene Decke
Die Decke ist durchgebrochen.

Was ein verlassenes Reetdach lehrt

Das Haus zeigt, was mit einem Reetdach passiert, um das sich niemand kümmert. Reinhold hat 2024 dem Hamburger Abendblatt gesagt, vergammelte Stellen müssten repariert werden, damit die Feuchtigkeit nicht das ganze Dach angreift (Hamburger Abendblatt, 6. Mai 2024). Hier ist genau das passiert. Wie man die Warnzeichen erkennt, steht im Beitrag Reetdach-Zustand beurteilen.

Was offen ist

Ob die Fotos wirklich dieses Haus zeigen, ist nicht bestätigt. Die Fotoserie ist im Archiv als „Distelweg“ geführt, der Film nennt den Diesterweg. Die Bilddateien sind auf Ende März 2017 datiert, und die Narzissen passen zum Frühjahr. Nach dem Film war im September 2016 das letzte Mal Einblick in das Haus möglich. Entweder wurde das Haus erst nach dem Frühjahr 2017 abgebaut, oder die Fotos zeigen ein anderes Haus.

Fotos (9)

  • Ein abbruchreifes Reetdachhaus in Stade, 2016. Stade, 2016 · Foto: Till Heidrich

  • Der Giebel mit dem großen Tor. Stade, 2016 · Foto: Till Heidrich

  • Moos, Löcher, eingesunkene Flächen. Stade, 2016 · Foto: Till Heidrich

  • Innen: Feuchteschäden und abblätternder Putz. Stade, 2016 · Foto: Till Heidrich

  • Eingebrochene Wand im Inneren. Stade, 2016 · Foto: Till Heidrich

  • Der Flur nach jahrelangem Leerstand. Stade, 2016 · Foto: Till Heidrich

  • Die Decke ist durchgebrochen. Stade, 2016 · Foto: Till Heidrich

  • Das Haus von der Seite, Frühjahr. Stade, 2016 · Foto: Till Heidrich

  • Narzissen vor dem alten Haus. Stade, 2016 · Foto: Till Heidrich