Aufbau eines Reetdachs
Wählen Sie eine Schicht. Sie wird in der Zeichnung hervorgehoben und erklärt.
First
Der obere Abschluss, an dem die Halmenden beider Dachseiten zusammentreffen. Weil hier am meisten Wetter ankommt, ist er die empfindlichste Stelle. Abgedeckt wird er mit Heidekraut, Mörtel oder einer Haube aus Blech oder Kupfer.
Firstarten im VergleichReetlage
Viele Lagen Reet, so verlegt, dass die dicken Halmenden nach außen und unten zeigen. In den Niederlanden werden am Fuß 250 bis 280 Millimeter genannt, in England je nach Reetsorte 250 bis 380 Millimeter.
Woran man gutes Reet erkenntVerschleißschicht
Der Teil der Reetlage über der Bindung. Er wird über die Jahre von Wetter, Sonne und Pilzen abgetragen. Dänische Vorgaben verlangen mindestens 40 Prozent der Dachdicke, mindestens 10 Zentimeter. Ist er aufgebraucht, liegt die Bindung frei.
Restnutzungsdauer einschätzenBindung
Eine Stange quer über dem Reet hält die Lage. Sie wird mit Draht um die Latte gebunden oder mit Schrauben befestigt. Rostige oder sichtbare Drähte sind ein Warnzeichen.
Begriffe im LexikonLattung
Querlatten auf den Sparren, an denen das Reet befestigt wird. Bei offenen Dächern bleibt darunter Luft, damit das Reet von innen abtrocknen kann.
Dämmung und BelüftungSparren
Der Dachstuhl. Für ein Reetdach braucht er eine steile Neigung, meist 45 Grad und mehr, damit das Wasser schnell abläuft.
Warum die Neigung so wichtig istSchematische Darstellung, nicht maßstäblich. Quellen zu den Maßen in den verlinkten Artikeln.
Drei Bauweisen unter dem Reet
Die Zeichnung oben zeigt das traditionelle, offen gelattete Dach. Bei bewohnten Dachgeschossen liegt unter dem Reet heute oft mehr: eine Dämmung auf den Sparren mit Luftschicht darüber, oder beim Schraubdach eine luftdichte Platte ohne Luftschicht. In beiden Fällen gehört auf die warme Raumseite eine luftdicht verklebte Dampfbremse oder Dampfsperre.